In diesem Artikel erfahren Sie warum, wann und wie Sie die Raumakustik messen sollten. Außerdem stellen wir Ihnen ein Tool vor, mit dem Sie die Raumakustik (selbst) berechnen können – Stichwort Planungsunterlagen.

Sehr häufig scheint das „Kind bereits in den Brunnen gefallen zu sein“, wenn sich Kunden bei uns melden. Das bedeutet, dass Räume längst genutzt werden und dass erst im laufenden Betrieb eine Optimierung der Raumakustik offensichtlich wird. Je nach Umfang und Größe des Objekts kann in diesem Fall ein Vor-Ort-Termin durch einen raumakustisch versierte:n Fachberater:in sehr zielführend sein. Denn ein Vor-Ort-Termin bietet eine sehr gute Möglichkeit, die Räume selbst einzuschätzen, eine Fotodokumentation oder ein Raumakustisches Aufmaß zu erstellen.

Der größte Mehrwert ist oftmals das direkte Gespräch mit den Nutzer:innen und Entscheider:innen. Ein:e Berater:in aus der Raumakustik ist oft eine Art Dolmetscher – denn nicht selten verbirgt sich hinter der Aussage „es ist zu laut“ in Wirklichkeit kein hoher Schalldruckpegel, sondern zum Beispiel ein großes Ablenkungspotential, hervorgerufen durch die Sprache einer/s Kollegen:in (siehe Vertraulichkeit und Ungestörtheit im Büro).

Regelwerke zur Raumakustik als Grundlage

Raumakustische Parameter gibt es viele! Welche zielführend sind, ist vor allem von der Räumlichkeit selbst und von seiner Nutzung abhängig. Große Mehrpersonenbüros, Open-Space Bereiche und offene Landschaften aus dem New Work Bereich bedürfen in der Regel die Betrachtung von mehreren und mitunter weiterführenden Parametern. Regelwerke wie die DIN EN ISO 3382-3 „Akustik – Messung von Parametern der Raumakustik – Teil 3: Großraumbüros“,  sowie die VDI 2569 „Schallschutz und akustische Gestaltung in Büros“ beschäftigen sich detailliert mit diesem Thema und geben umfassende Informationen und Hilfestellungen.

Deutlich weniger komplex – jedoch in einer größeren Vielfalt anzutreffen – wird es bei Räumen mit dem Wunsch nach einer guten Hörsamkeit, einer Reduktion den Nachhalls, oder der grundsätzlichen Lärmreduktion. Dies ist meist bei kleineren Büros, Besprechungszimmern, Kantinen, Gaststätten, Gruppen- und Klassenräumen und allen Räumen mit dem Bedarf an Raumkomfort und Lärmminderung der Fall. Die frequenzabhängige Nachhallzeit ist hier meist die wichtigste Kenngröße. Regelwerke wie die DIN EN ISO 3382-2 „Akustik – Messung von Parametern der Raumakustik – Teil 2: Nachhallzeit in gewöhnlichen Räumen“ sowie die DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“ bzw. die ASR A 3.7 „Lärm“ unterstützen in dieser Thematik, sprechen Empfehlungen aus, beziehungsweise definieren entsprechende Vorgaben.

Raumakustik messen – Raumakustik (selbst) berechnen

Ein Vor-Ort-Termin durch uns bietet eine sehr günstige Gelegenheit die Räume direkt raumakustisch zu vermessen. Wir als Ingenieurbüro greifen auf  moderne Methoden zurück und verwenden State-of-the-Art Messgeräte. Aus der Raumakustik Messung ermitteln wir akustische Kennwerte und Informationen wie z.B. die Nachhallzeit (Grundlage für die Raumakustik Optimierung), absolute, zeit- sowie  und frequenzabhängige Pegel, Abklingraten, Informationen zur Sprachverständlichkeit, Reflexionen und vieles mehr. Messergebnisse lassen sich mit entsprechenden Regelwerken abgeglichen, so lässt sich unter anderem feststellen, ob gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden und ob die Umgebung für produktives Arbeiten geeignet ist.

Basierend auf unseren Messungen liefern wir unseren Kunden aussagekräftige Berichte und Unterlagen. Einfachere Nachhallzeit-basierende raumakustische Planungen können aber auch professionell, schnell und praxisgerecht durch unseren Raumakustik Planer (RAP) selbst durchgeführt werden. Neben der Prognose, beziehungsweise der Berechnung der Nachhallzeit können im RAP auch Messdaten (aktuell: Norsonic Nor 140 sowie Nor 131, Dr. Jordan AkuLap sowie NTI Audio XL2) eingelesen, Messprotokolle erstellt und dadurch detaillierte nachhallbasierte Planungsunterlagen erstellt werden. Hier finden Sie weitere Informationen zum Raumakustik Planer (RAP).

Einfluss der Position von Absorbern auf die Nachhallzeit im Raum

Sie möchten mehr zu diesem Thema erfahren? Melden Sie sich direkt zu unserem Newsletter an! In den nächsten Wochen veröffentlichen wir dort Ergebnisse einer Bachelorarbeit in Kooperation mit der Technischen Hochschule Rosenheim. Das Thema der Arbeit: „Einfluss der Position von Absorbern auf die Nachhallzeit im Raum“. Ein paar Überlegungen dazu können Sie bereits hier nachlesen. Außerdem präsentieren wir in Kürze eine spannendes Update: Messtechnik innerhalb des RAP. Bleiben Sie am Ball.