Oft werden wir bei unseren Schulungen und Vorträgen gefragt, ob sich durch das Einbringen von Absorbern auch die Schalldämmung zwischen Räumen verbessern lässt.

Eine sehr spannende Frage, denn die Nachfrage am Markt wäre groß und vor allem auch vielseitig. So wünschen sich beispielsweise Bewohner eines Mehrparteienhauses oftmals eine Lösung gegen den Lärm ihrer Nachbarn beziehungsweise gegen deren „zu lauten Fernsehgeräten“. Diese Thematik lässt sich natürlich auch auf weitere Räume, zum Beispiel Büroräume und den Objektbereich übertragen. Oftmals suchen „Betroffene“ nach einer Lösung, welche keine umfassenden baulichen Maßnahmen voraussetzt — vor allem, wenn es sich um ein Mietobjekt handelt.

Und genau hier ist es wichtig abzugrenzen!

Bauliche Maßnahmen, wie das Anbringen von absorbierenden und vor allem vollflächigen Vorsatzschalen kann unter Umständen — neben den raumakustischen Effekten — auch einen bauakustischen Mehrwert bringen. Zum Beispiel kann sich durch eine vollflächige abgehängte Decke auch die Schalldämmung einer Geschossdecke erhöhen.

Meist ist das Vorhaben jedoch ein anderes, zum Beispiel das Einbringen von Absorbern als Einzelelemente in Form von nicht flächigen Objekten wie Akustikbildern, Vorhängen, Deckensegel etc.

Reduzieren Absorber den Pegel?

Neben der Reduktion des Nachhalls reduzieren Absorber tatsächlich auch den Schalldruckpegel im Raum. Die Faustformel dazu: Eine Halbierung der Nachhallzeit schafft eine Pegelreduktion von 3 dB. Dieser Effekt ist im direkten Vergleich wahrnehmbar. Bei im Urzustand sehr halligen Räumen kann die Pegelreduktion auch höher ausfallen. So ist eine Pegelreduktion von 5 dB sogar deutlich wahrnehmbar — auch ohne einen direkten Vergleich. Wichtig ist jedoch, dass sich dieser durchaus positive Effekt rein auf den Raum mit den eingebrachten Absorbern beschränkt.

Effekt und Erwartungshaltung

Sind Sie selbst der „lärmende“ Nachbar, so profitiert Ihr Gegenüber. Aber Achtung: Wollen Sie mit dieser Maßnahme hingegen eine akustische Störung aus dem Nachbarraum reduzieren, so bewirken Sie durch Absorber, als alleinige Maßnahmen, eventuell sogar das Gegenteil. Denn der Raum mit Absorbern — und vor allem dessen Grundgeräusch — wird dadurch leiser. Im schlimmsten Falle nehmen Sie dann die Lärmbelastung durch Ihren Nachbarn sogar noch stärker wahr.

Bauakustische Maßnahmen sind in der Regel effizienter

Meist führen bauakustische Maßnahmen, wie das Anbringen von abgestimmten Vorsatzschalen, Füllungen oder Beschwerung innerhalb eines Gefachs, grundsätzliche Abdichtungen oder Erneuerungen von Dichtungsebenen oder auch der Austausch ganzer Bauteile zu deutlich besseren Effekten. Welche Maßnahmen erfolgsversprechend sind bedarf in der Regel einer Untersuchung vor Ort in Form einer Sichtung beziehungsweise einer bauakustischen Messung.

Zusammenhänge erkennen

Möchten Sie die Zusammenhänge detaillierter verstehen? Lesen Sie hierzu unseren Artikel: „Wunsch nach Vertraulichkeit“. Bleiben Sie zu diesem und viele weiteren Themen am Ball und tragen sich direkt für unseren Newsletter ein oder besuchen eine unserer praxisgerechten Schulungen.