Raumakustik verstehen und erleben – Seminar an der TH Deggendorf

Praxiswissen für die Medientechnik von morgen

Am 8. Juni 2026 waren die Fuchs – Raumingenieure zu Gast an der Technischen Hochschule Deggendorf. Auf Einladung von Prof. Björn Seeger führte Oskar Fiedler durch das Seminar „Raumakustik für Anwender“ für Studierende des Studiengangs Medientechnik.

Dabei ging es nicht nur um Nachhallzeiten, Absorber oder Normen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Raumakustik in der Praxis funktioniert – von der ersten Analyse bis zur fertigen Lösung.

 

Warum gute Akustik mehr ist als ein angenehmer Klang

Ob Hörsaal, Büro, Konferenzraum oder Tonstudio – die Akustik eines Raumes beeinflusst maßgeblich, wie wir kommunizieren, lernen und arbeiten. Trotzdem wird ihre Bedeutung häufig erst dann wahrgenommen, wenn etwas nicht funktioniert.

Im Seminar wurden deshalb die Grundlagen der Raumakustik anschaulich vermittelt. Die Studierenden erhielten Einblicke in die Schallausbreitung in Räumen, die Wirkungsweise von Absorbern, relevante Normen und Richtlinien sowie die Bewertung wichtiger raumakustischer Kennwerte.

Schnell wurde deutlich: Gute Raumakustik entsteht nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis einer sorgfältigen Planung, die Technik, Architektur und die spätere Nutzung eines Raumes miteinander verbindet.

 

Von der Theorie direkt ins Projekt

Besonders spannend wurde es bei der Vorstellung eines realen Projekts aus dem Arbeitsalltag der Fuchs – Raumingenieure. Schritt für Schritt konnten die Studierenden nachvollziehen, wie aus einer ersten Aufgabenstellung ein durchdachtes akustisches Konzept entsteht.

Von der Analyse über die Definition der Anforderungen bis hin zur Entwicklung konkreter Maßnahmen wurde der gesamte Planungsprozess nachvollziehbar dargestellt. Dabei zeigte sich, dass erfolgreiche Raumakustik weit mehr umfasst als die reine Berechnung von Nachhallzeiten. Entscheidend ist ein tiefes Verständnis für die Nutzung des Raumes, die baulichen Gegebenheiten und die Anforderungen der Menschen, die sich später darin aufhalten.

Planung zum Anfassen

Wie moderne raumakustische Planung heute funktioniert, zeigte der Einsatz des Raumakustik-Planers (RAP). Nach einer Einführung konnten die Studierenden selbst aktiv werden und für einen Kindergartenraum eine eigene akustische Lösung entwickeln.

Besonders eindrucksvoll war die integrierte Hörprobe: Die Auswirkungen der geplanten Maßnahmen konnten nicht nur berechnet, sondern unmittelbar gehört werden. Dadurch wurde aus Theorie schnell ein greifbares Erlebnis und verschiedene Lösungsansätze ließen sich direkt miteinander vergleichen.

Messen statt vermuten

Ein weiteres Highlight war die Live-Demonstration einer Nachhallzeitmessung. Mit der Impulsklatsche der Fuchs – Raumingenieure und der im RAP integrierten Messfunktion wurde gezeigt, wie sich akustische Eigenschaften eines Raumes einfach und praxisnah erfassen lassen.

Die direkte Verbindung von Messung, Auswertung und Planung vermittelte einen authentischen Einblick in den Berufsalltag moderner Raumakustik und machte deutlich, wie wichtig die Kombination aus Erfahrung, Messdaten und digitalen Werkzeugen für erfolgreiche Projekte ist.

Wissen teilen, Zukunft gestalten

Für die Fuchs – Raumingenieure ist der Austausch mit Hochschulen ein wichtiger Bestandteil des Wissenstransfers. Die Zusammenarbeit mit Studierenden bietet die Möglichkeit, Erfahrungen aus der Praxis weiterzugeben und gleichzeitig neue Perspektiven kennenzulernen.

Umso mehr freuten wir uns über das große Interesse, die engagierte Mitarbeit und die vielen spannenden Fragen der Teilnehmenden. Unser besonderer Dank gilt Prof. Björn Seeger sowie der Fakultät Elektro- und Medientechnik der Technischen Hochschule Deggendorf für die Einladung und die hervorragende Organisation.

Das Seminar hat einmal mehr gezeigt: Die besten Lösungen entstehen dort, wo Theorie auf Praxis trifft – und wo Begeisterung für gute Akustik geteilt wird.